Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

Dokumentationsstelle Brandenburg


Der Bau des Zuchthauses Brandenburg-Görden wurde 1927 vom preußischen Staat begonnen und 1935 von der NS-Regierung fertig gestellt. Ursprünglich konzipiert als Musteranstalt eines humanen Strafvollzugs, wurde es zum größten und „modernsten“ Zuchthaus des NS-Staates, wo neben Kriminellen vor allem politische Häftlinge, zum Tode Verurteilte, „Sicherungsverwahrte“, Untersuchungsgefangene und Kriegsgefangene inhaftiert waren. In der 1940 eingerichteten Hinrichtungsstätte wurden bis zur Befreiung durch die sowjetische Armee am 27. April 1945 von der NS-Justiz mehr als 2.700 Menschen hingerichtet, unter ihnen Menschen aus zahlreichen europäischen Ländern.

Zunächst nutzte die sowjetische Besatzungsmacht das Zuchthaus als Internierungslager, bevor es 1949/50 von der DDR-Regierung für den Strafvollzug übernommen wurde. Das Zuchthaus Brandenburg galt als eine der gefürchtetsten Strafanstalten der DDR. Neben kriminellen Häftlingen wurden hier NS-Täter und Kriegsverbrecher, aber auch zahlreiche Regimegegner, Zeugen Jehovas, Homosexuelle, Ausreisewillige und Bürgerrechtler inhaftiert.

Die 1975 eingerichteten Gedenkräume befinden sich innerhalb der heutigen Justizvollzugsanstalt. Im authentischen Hinrichtungsraum ist ein Fallbeil (aus dem Zuchthaus Torgau) zu sehen. In einem Vorraum informiert eine kleine Ausstellung über die Geschichte des Zuchthauses und stellt exemplarische Biografien von Hinrichtungsopfern vor. Die Dokumentationsstelle betreut die Gedenkräume, pflegt und erweitert das Archiv und die Sammlungen und führt pädagogische Projekte mit Schülern und Jugendlichen durch.

Anschrift und Öffnungszeiten

Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Dokumentationsstelle Brandenburg
Anton-Saefkow-Allee 2
14772 Brandenburg/H.

Tel.: +49-33 01-20 02 00
Fax: +49-33 01-20 02 01
E-mail: besucherdienst(at)gedenkstaette-sachsenhausen.de
Internet: www.stiftung-bg.de

Keine festen Öffnungszeiten, da sich die Gedenkräume im inneren Sicherungsbereich der heutigen JVA befinden

Führungen und Projekte sind nur jeweils donnerstags und freitags nach Vereinbarung möglich

Führung/Projekttage bis max. 15 Pers. kosten 15 Euro, bis 30 Pers. 25 Euro
Bei fremdsprachigen Führungen wird ein Aufschlag von 25 Euro erhoben

Regionalbahn RE 1; ab Brandenburg Hbf. mit der Tram Linie 1 bis Haltestelle Anton-Saefkow-Allee
Autobahn A2 ab Berlin Richtung Magdeburg/Hannover, Abfahrt Brandenburg; Bundesstraße 1 Richtung Genthin